Wofür sind Mücken nützlich? 8 mögliche (Ab-)Gründe

Bekannt sind Mücken eher als lästige kleine Blutsauger, die uns mit juckenden Mückenstichen beglücken und im schlimmsten Fall sogar gefährliche Krankheiten übertragen. Aber haben sie auch noch eine andere Funktion? Wofür sind Mücken nützlich? Darum soll es in diesem Beitrag gehen.

Dazu habe ich unterschiedliche Argumente gesammelt. Nicht alle sind offensichtlich und einige davon auch etwas umstritten oder nur in einem indirekten Zusammenhang zu sehen, die sich aus der Existenz von Mücken ergeben haben. Daher findest du hier eine Art Sammlung verschiedener Argumente, wofür Mücken aus Sicht unterschiedlicher Parteien nützlich sein können.

Die Aufzählung ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht vollständig. Darum wird sie in Zukunft immer wieder einmal etwas erweitert.

Nutzen von Mücken

a) Teil der Nahrungskette

Vor allem in der Tundra spielen Mücken eine essenzielle Rolle als Futterlieferant für durchziehende Zugvögel. In den meisten anderen Regionen der Welt sind Mücken aufgrund des größeren Angebots auch anderer Insekten nur ein Teil der Essensauswahl. Und deshalb nicht ganz so entscheidend.

Außerdem ernähren sich z.B. einige Fische von den Mückenlarven in Gewässern. Auch Spinnen, Amphibien sowie andere Insekten haben Mücken und Mückenlarven auf ihrem Speiseplan.

Bei meiner Recherche habe ich deswegen in einem Quora-Post die Formulierung gefunden, dass Mücken so etwas wie das „Plankton der Luft“ sind. Diesen Vergleich fand ich sehr schön. Auch wenn das Plankton wohl in der generellen Bedeutung im direkten Vergleich doch wichtiger ist. Ohne Mücken könnten die meisten Lebewesen noch auf andere Insekten als Nahrung zurückgreifen.

Plankton ist aber z.B. die Nahrungsgrundlage für Blauwale. Ohne Plankton würde es das größte Säugetier unseres Planeten nicht geben. Auf der anderen Seite werden unter Plankton viele verschiedene Kleinstlebewesen zusammengefasst. Würden wir in diesem Fall Mücken in ähnlicher Dimension an Land mit anderen Insekten zusammenfassen, dann träfe der Vergleich mit dem Plankton der Luft in seiner Bedeutung noch treffender zu.

b) Bestäuber von Pflanzen

Nur die Mückenweibchen stechen Säugetiere und Vögel, da sie das Blut zur Fortpflanzung für ihre Eier benötigen. Ansonsten ernähren sich die meisten Mücken von Blütennektar. Dabei können Sie auch zur Bestäubung der Pflanze beitragen.

Allerdings gelten Mücken bei den allermeisten Pflanzen als keine besonders effektiven Bestäuber. Daher nehmen sie bei der Bestäubung im Vergleich zu z. B. Bienen keine entscheidende Rolle ein. Nichtsdestotrotz ist die Bestäubung von Pflanzen ein weiterer Punkt, wofür Mücken einen Nutzen haben.

c) Fortpflanzung der Dasselfliege

Ein etwas kurioser Fall, zugegeben. Aber die Dasselfliege nutzt z. B. Mücken, um ihre Eier auf deren Rücken abzulegen.Wenn Säugetiere dann von dieser Mücke gestochen werden, gelangen die geschlüpften Larven auf das Säugetier und vergraben sich unter der Haut.

Wie das genau funktioniert und wie du in einem solchen Fall die Larven/Maden der Dasselfliege wieder loswerden kannst, siehst du z. B. in diesem Video.

Das heißt, dass Mücken für die Dasselfliegen nützlich sind. Wir Menschen sind neben vielen anderen Säugetieren in diesem Fall natürlich eher die Leidtragenden.

d) Übertragung von Krankheitserregern

Auch das ist aus der Sicht von uns Menschen nichts, was für uns nützlich ist. Aber aus der Sicht von verschiedenen Krankheitserregern und damit verbundenen übertragenen Krankheiten sind Mücken natürlich nützlich. Denn ansonsten könnten sie nicht in ihren Wirt gelangen und ausbrechen.

Zu den Krankheiten, die Mücken übertragen, zählen z. B. Malaria, Dengue, Japanische Enzephalitis, Gelbfieber und viele andere.

Mehr dazu: Welche Krankheiten übertragen Mücken?

e) Schutz indigener Völker vor fremden Eindringlingen (historisch)

Historisch betrachtet haben die Mücken durch ihre Funktion als Überträger von Krankheiten indirekt auch eine weitere Funktion erfüllt. Eroberer und Siedler (z. B. aus Europa), die sich in tropischen Regionen versucht haben anzusiedeln, waren anfälliger auf den neuen Feind und sind aufgrund ausbrechender Krankheiten wie Malaria sehr oft an deren Folgen verstorben.

Lange Zeit wusste man auch gar nicht, was die Ursache von Malaria war. Erst der Arzt Ronald Ross enttarnte Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts, wie Malaria übertragen wird. Dafür wurde er im Jahr 1902 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

Einige Gebiete Afrikas wurden bis dahin lange Zeit als „das Grab des weißen Mannes“ bezeichnet.

f) Überbevölkerung verschiedener Populationen verhindern

Auch das ist natürlich ein umstrittenes Thema. Aber Mücken haben auch den Effekt, durch das Übertragen von Krankheiten einige Populationen – egal ob Tiere oder Menschen – zu dezimieren um so indirekt ein Ökosystem intakt zu halten bzw. weiterzuentwickeln.

Zwar ist dieser Punkt der Hauptgrund, warum Menschen Mücken in erster Linie als Problem oder Gefahr sehen, aber gleichzeitig womöglich auch einer ihrer größten Nutzen – aus biologischer Sicht.

Als Betroffene finden wir Menschen das natürlich alles andere als nützlich.

f) Jobs, Forschung, Produkte

Wenn wir das Ganze noch etwas weiter spinnen, dann haben Mücken indirekt auch für die Wirtschaft und Wissenschaft eine große Bedeutung. Neben vielen Forschungen

  • zum Thema Mücken allgemein,
  • ihrer Verbreitung,
  • übertragbaren Krankheiten,
  • wirksamen Schutz gegen Mücken usw.

sind daraus auch Wirtschaftszweige entstanden, die dazu Produkte entwickelt haben. Sei es das Mückenrepellent, ein Moskitonetz, ein Stichheiler oder großflächige Möglichkeiten Mückenpopulationen zu dezimieren. Natürlich gibt es noch viele mehr.

Daher hat das Problem, das Mücken ausgelöst haben, gleichzeitig den Anreiz für verschiedene Arten von Arbeitsplätzen, Produkten und Dienstleistungen geliefert.

g) Komponente unbekannt

Der Mensch hat schon sehr oft Gott gespielt und bewusst oder unbewusst Arten in neue Lebensräume eingeführt oder versucht durch verschiedene Maßnahmen auszurotten.

Was eine fiktive Ausrottung von Mücken in ihrer Gesamtheit für Auswirkungen haben könnte, kann höchstwahrscheinlich nie zu 100 % vorausgesagt werden. Zwar würden einige Menschen / Forscher / Politiker das womöglich an der einen oder anderen Stelle behaupten, aber zu oft wurden bereits in der Vergangenheit kleinste Details übersehen.

Das für mich abgefahrenste Beispiel ist das im Yellowstone-Nationalpark. Nach 70 Jahren wurden dort wieder Wölfe heimisch. Die Auswirkungen auf das Ökosystem waren so komplex und außergewöhnlich, dass am Ende eine Dokumentation mit dem Titel, „Wie Wölfe Flüsse verändern“ (Video ENG: „How Wolves Change Rivers“), entstanden ist.

Wer weiß also, was wir vielleicht einfach übersehen würden, weil die Kette der Zusammenhänge einfach zu lang war.

Zusammenfassung: Wofür sind Mücken nützlich?

  • Wichtiger Teile der Nahrungskette für z.B. Vögel, Frösche und Fische
  • Mücken sind Bestäuber von Pflanzen
  • Fortpflanzung der Dasselfliege
  • Übertragung von Krankheitserregern
  • Schutz indigener Völker vor fremden Eindringlingen (historisch)
  • Überbevölkerung verschiedener Populationen verhindern
  • Jobs, Forschung, Produkte
  • Komponente unbekannt

Das könnte dich auch interessieren: Was zieht Mücken an? Diese 7 Faktoren sorgen für mehr Mückenstiche

2 Gedanken zu “Wofür sind Mücken nützlich? 8 mögliche (Ab-)Gründe”

Kommentare sind geschlossen.