Mückenstiche behandeln – Warum Mückenstiche jucken und was dagegen hilft

Mückenstiche sind – für die meisten Menschen – vor allem eins: nervig. Denn sie jucken mitunter höllisch und können an den unangenehmsten Stellen auftreten. Wenn auch du zu den bevorzugten Leibspeisen der kleinen Plagegeister zählst, erfährst du in diesem Artikel, wie du Mückenstiche behandeln kannst.

Besonders nachts kündigen sich Mückenstiche durch das Summen einer Mücke in Ohrnähe an. Manch einen kann das Geräusch bereits zur Weißglut treiben, er oder sie steht auf und beginnt den Kampf gegen die Mücke(n). Schließlich ist das Summen der erste Vorbote für drohende Mückenstiche.

Natürlich muss nicht jeder Stich oder Biss an deinem Körper von einer Mücke kommen. Es gibt auch noch eine ganze Reihe anderer blutsaugender Insekten. Wachst du am Morgen mit vielen Bisspuren in einer Reihe auf, könnten es zum Beispiel auch Bettwanzen sein. Aber auch Flöhe weichen manchmal auf Menschen für ihre Mahlzeiten aus.

Daher ist auch die Frage wichtig, ob es sich überhaupt um einen Mückenstich bzw. viele Mückenstiche handelt. Generell auch eins noch gleich vorweg: Die meisten Insektenstiche kannst du mit ähnlichen Mitteln zur Juckreizmilderung behandeln. Bist du dir dennoch unsicher, ob es vielleicht doch etwas Schlimmeres oder etwas anderes wie eine Hauterkrankung ist, dann suche auf jeden Fall einen Arzt auf.

Mückenstich Aussehen: Ist das ein Mückenstich?

Typischerweise tauchen Mückenstiche an freiliegenden Körperstellen auf (z.B. Arme & Beine). Nach dem Stich schwillt die betroffene Körperstelle bei vielen Menschen schnell an, rötet sich und fängt an zu jucken. Es bildet sich eine Quaddel. In der Regel heilt ein Mückenstich in wenigen Tagen ab und hinterlässt keine Spuren.

Generell reagiert jeder etwas anders auf Insektenstiche. Besonders Mückenstiche verlaufen hierzulande meist harmlos. In seltenen Fällen ist aber auch eine Infektion oder gar (starke) allergische Reaktion möglich. Falls letzteres bei dir auftreten sollte, kommst du an einem (Not-)Arztbesuch nicht vorbei. Vor allem in tropischen Ländern können Mücken aber auch gefährliche Krankheiten übertragen.

Mückenstiche behandeln

Daher ist es natürlich am allerbesten, wenn du Mückenstiche so gut es geht vorbeugen kannst. Welche verschiedenen Möglichkeiten du dazu hast, findest du auch im Artikel zum Mückenschutz. Nun aber erstmal mehr über Mückenstiche und wie du sie behandeln kannst.

Im Gegensatz zu anderen Insektenstichen tauchen Mückenstiche in der Regel nicht dicht beinander oder in Reihen auf. Sie sind meist eher verstreut an freiliegenden Körperstellen auffindbar. Das liegt auch daran, dass Mücken fliegen können und sich für ihre Mahlzeit auf einer Hautstelle niederlassen.

Andere Insekten können nicht fliegen. Daher kriechen sie aus einem Versteck (z.B. Bettwanzen) oder springen auf ihr Opfer (z.B. Flöhe). Sie testen mitunter mehrere Stellen und hinterlassen so auch gern mal eine sog. Bettwanzenstraße oder Flohstraße, also mehrere Bisse/Stiche in einer Reihe.

>> Mückenstich erkennen: 4 typische Hinweise auf Mückenstiche

Warum jucken Mückenstiche?

Unzählbare Menschen werden jedes Jahr an den unterschiedlichsten Regionen der Welt an den unterschiedlichsten Körperstellen von Mücken gestochen. Wie bei den meisten Insektenstichen reagiert jeder Mensch anders intensiv auf die Stiche oder Bisse. Der generelle Ablauf bleibt natürlich gleich.

Wenn Mücken einen Menschen stechen, dann saugen sie Blut. Dazu ritzen sie die Haut leicht auf und dringen mit ihren Saugrüssel in die offene Wunde. Zusätzlich gibt die Mücke etwas Speichel ab, damit das Blut nicht so schnell zu gerinnen beginnt. Der Speichel enthält Proteine, die für unseren Körper unbekannt sind und eine Antwort des Immunsystems heraufbeschwören (Histamin-Ausschüttung) und durch die auftretende allergische Reaktion / Entzündung auch den Juckreiz auslösen.

Übrigens stechen bei fast allen Mückenarten nur die Weibchen Säugetiere und Vögel. Denn sie brauchen das Blut nicht zur Ernährung, sondern für die Produktion und Entwicklung der Eier. Unser Blut enthält nämlich dafür wichtige Eiweiße sowie Eisen.

Was passiert beim Kratzen des Mückenstichs?

Wenn du einen Mückenstich kratzt, kann das dazu führen, dass sich die Haut noch weiter entzündet. Denn dabei verteilst du das vom Körper als Immunantwort ausgeschüttete Histamin zusätzlich unter der Haut. Da die Entzündung der Hauptgrund für den Juckreiz darstellt, stellt ein verstärkter Juckreiz nach dem Kratzen keine Seltenheit dar. Wenn es ganz blöd läuft, handelst du dir durch das Kratzen über die Wunde in der Haut auch noch eine Infektion ein.

Damit das möglichst nicht passiert, brauchst du entweder besonders starken Willen und/oder du behilfst dir mit einem Juckreiz mindernden Mittel. Die meisten dieser Produkte und Mittel helfen generell bei Insektenstichen und sind nicht ausschließlich auf Mücken beschränkt.

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Mückenstiche behandeln – Was hilft gegen Mückenstiche?

Hier findest du einige Vorschläge über Mittel, die dir bei der Behandlung von Mückenstichen und insbesondere der Minderung des Juckreizes helfen können. Wenn vorhanden, musst du Anwendungshinweise und Risiken der Packungsbeilage/Gebrauchsanleitung unbedingt beachten.

Wenn es dich ganz schlimm erwischt hat, hilft eine richtig kalte Dusche manchmal schon echte Wunder. Besonders nervige Mückenstiche klebe ich auch mal gern mit einem Pflaster ab. Dadurch ist die Sache für mich psychologisch meist erledigt und ich habe auch keine Chance mehr, den Stich unbeabsichtigt aufzukratzen.

Ein Tipp, den schon meine Oma kannte: Zum Kühlen und Befeuchten kannst du auch eine aufgeschnittene Zwiebelhälfte auf die betroffenen Stellen drücken.

Hinweis: Die Informationen dienen lediglich als allgemeine Information anhand eigener Erfahrungen und sind nicht als medizinischer Rat zu verstehen. Eine medizinische Beratung zu diesem Thema und insbesondere bei starken allergischen Reaktionen bekommst du beim Arzt deines Vertrauens.

Was hilft noch gegen Mückenstiche? Hier eine Liste mit verschiedenen Möglichkeiten in der Übersicht dazu, wie du Mückenstiche behandeln kannst:

 

1) Kühlen mit Wasser oder Kühlpad

Durch das Kühlen der betroffenen Stelle kannst du Juckreiz des Mückenstichs lindern. Wenn möglich, halte die betroffene Stelle in kühles und sauberes Wasser oder verwende ein kaltes Kühlpad aus dem Gefrierfach (nicht direkt auf die Haut, sondern über ein Tuch etc.). Alternativ geht natürlich auch die bereits angesprochene richtig kalte Dusche.

 

2) Kühlende Gels

Auch kühlende und Feuchtigkeit spendende Gels helfen dabei, den Juckreiz der Mückenstiche zu mindern. Ein Klassiker dieser Kühlgels ist Fenistil. Dieses kannst du auch bei anderen Insektenstichen oder auch leichten Verbrennungen wie nach einem Sonnenbrand einsetzen.

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3) Aloe Vera Creme

Aloe Vera ist eine sehr nützliche Pflanze, deren Wirkstoffe antibiotisch und pilzbekämpfend wirken. Aus dem Grund hilft sie auch bei leichten Verbrennungen und Wunden. Falls du im Besitz einer Aloe Vera sein solltest, kannst du einfach eins der Blätter abbrechen und die austretende Flüssigkeit auf die Mückenstiche auftragen. Natürlich gibt es auch viele Aloe Vera Cremes im Handel.

Übrigens ist die Aloe Vera sehr pflegeleicht. Also selbst wenn viele andere Zimmerpflanzen bei dir bisher nicht lange durchgehalten haben, mit einer Aloe Vera könnte es klappen.

 

4) Prinzip Hitze: Elektronischer Stichheiler

Anderes Prinzip aber auch nicht schlecht: Mittels Hitze die juckreizauslösenden Giftstoffe Ein Stichheiler. Dieses technische Gadget erzeugt punktuell Hitze. Hältst du die Auflagefläche auf einen juckenden Mückenstich und drückst den Auslöseknopf, heizt sich das Gerät auf etwas über 50°C auf und wird dann für drei bis sechs Sekunden auf der Stelle gehalten.

Dadurch werden die körperfremden Eiweiße der Mücke weitestgehend zersetzt und die Histaminausschüttung unterbrochen. Der Juckreiz lässt nach.

 

Alternativen für das Prinzip Hitze gegen Mückenstiche (Vorsicht vor Verbrennungen!):

  • 50 Grad heißes Wasser (Tasse mit heißem Wasser, Wasserstrahl aus dem Hahn, etc.)
  • heiße Dusche und Duschkopf mit ca. 50 Grad für ein paar Sekunden auf Körperstelle mit dem Mückenstich halten

 

5) Hydrocortison / Cortison Creme

Auch Cremes mit geringen Anteil von Hydrocortison oder Cortison können bei entzündeten und stark juckenden Mückenstichen angewendet werden. Neben dem kühlenden Effekt helfen sie aktiv bei der Bekämpfung der Entzündung. Geringe Dosierungen sind rezeptfrei, Cremes mit höherer Konzentration an Hydrocortison oder Cortison sind verschreibungpflichtig.

 

6) Antihistamine

Bei einer starken allergischen Reaktion kannst du die Beschwerden mit einem Antihistaminikum lindern. Dabei handelt es sich um ein antiallergisches Mittel, welche die Wirkung des körpereigenen Botenstoffs Histamin reduzieren. Dadurch wird die allergische Reaktion abgeschwächt. Starke allergische Reaktionen treten aber eher bei Wespen- und Bienenstichen auf. Bitte spreche den Einsatz eines Antihistaminikums mit deinem Arzt des Vertrauens ab.

 

Wann solltest du zum Arzt gehen, um Mückenstiche behandeln zu lassen?

Wenn die Stiche stark anschwellen oder sich zunehmend entzünden, ist ein schneller Arztbesuch ratsam. Tritt eine heftige allergische Reaktion unerwartet nach einem Mücken- oder anderen Insektenstich mit Atemnot, Schwindel, Gesichtschwellungen, oder Ähnlichem auf, dann sofort den Notarzt rufen.

Falls starke allergische Reaktionen nach Insektenstichen bekannt sind, sollte zusammen mit dem Arzt ein Notfall-Set erstellt werden.

 

Titelbild Mückenstiche behandeln: © zoeytoja / depositphotos (77345308)